PENUS

GFM

INDUSTRIAL FARMERS

Bohrwerk Mylau, 20.5.2005, etwa 150 Besucher

 

 

 

Das Bohrwerk Mylau hat zur Indie und Grunge Tanzveranstaltung geladen und entsprechend groß ist auch der Andrang an diesem Abend. Zu hören sind heute die Lokalmatadore Penus und GFM, sowie die schon etwas größeren Industrial Farmers. Trotzdem – man kennt sich und so ist das mehr oder weniger eine große Familienparty. Die Industrial Farmers eröffnen den Melodienreigen schon ordentlich mit einer dicken Portion Rock.  Besondere Bonuspunkte gehen an den Sänger und die Gitarrenfraktion. Mit einer starken Mischung aus straighten US Powerrock, toller Melodien und einer kleinen Portion SKA gewinnen sie den Blumentopf des Abends, denn besser war danach keiner. Trotzdem haben sie ihren eigenen Stil noch nicht so ganz gefunden, der rote Faden im Set hat gefehlt, was manchmal Verwirrung gestiftet hat.

Nach den Industrial Farmers machen sich GFM an die Arbeit, die neben Penus die größte Fanmenge stellen. Stilecht im Kurt Cobain Shirt spielen sie ihren doch sehr an Nirvana erinnernden Grunge. Wer die Befürchtung hat, die Jungs geben sich auf der Bühne cool und distanziert, um die perfekte Generation X Aura abzugeben, kann beruhigt aufatmen – die Atmosphäre ist locker und fröhlich (besoffen). Sänger André kann durchaus singen und zum Highlight generiert gleich das zu Beginn gespielte – wir vermuten mal es heißt – „You Are My Girl“. Die Hitze staut sich dann aber doch extrem und ein Großteil der Audienz flüchtet nach draußen, weshalb der Rest des Sets von weit wenigeren gehört wird. GFM (Göltzschtaler Fussel Mützen) rocken zwar weniger zwingend als die Industrial Farmers, aber sie bedienen ja auch ein ganz anderes musikalisches Feld.

Den vermeintlich krönenden Abschluss unter den heiteren Abend setzen die die Grunger von Penus. Inzwischen kaum noch überraschend ist die äußerliche Verbindung zu Penus` großen Idolen von Nirvana – der Sänger trägt eine alte Hose, ein hundsordinäres T-Shirt und ein offenes Schlabberhemd darüber. Ein bisschen weniger offensichtlich hätte auch gut getan. Ein undifferenzierter, dünner und irgendwie knarziger Gitarrensound bremst den Gesamtklang doch erheblich und der Bass kommt auch nicht so richtig durch. Ob das die Band so will, oder ob die Toningenieure inzwischen besoffen sind, lässt sich nicht so richtig sagen. Sicher ist aber, dass Penus gegen die vorherigen Bands den Kürzeren zieht und sich mehr oder weniger durch das Set quetschen und winden. Zum ersten Mal wird auch der Pogo eingestellt, denn das Tempo wird schnell gedrosselt. Der Wille ist durchaus da, allein es fehlt die gehörige Portion Arschtritt, oder wenn schon nicht das, dann wenigstens die großen Melodien. Wir zucken mit den Achseln, es hat nicht geschadet, aber war auch nicht berauschend. Bezeichnend – die besten Songs waren die Cover „School“ und „Tourette’s“ von Nirvana, wobei ersteres auch erst ziemlich spät zu erkennen war.

Dann war der Abend auch schon gelaufen, Penus erhielten eine Wild Card für’s L’Abore Festival im Sommer und die Meute machte sich auf den Weg nach Hause. Und wir merken uns : das mit dem Grunge ist schon so ne Sache...
Kostenlose Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!