Von Motörhead, !!! und The Eighties Matchbox B-Line Desaster

 

Was haben diese Bands gemeinsam? Gitarren, Bässe und Drummer. Richtig. Und sonst? Einen merkwürdigen Namen. Wie zum Teufel findet eine Band seinen Namen? Begebenheiten aus dem tatsächlichen Leben? Anlehnungen an die großen Idole? Oder schlicht und einfach ein Wort, das gut klingt?

James Hetfield hatte einen Freund, der hatte eine Band. Diese Band hat etwa hunderttausend Bandnamen auf eine Liste geschrieben und James gebeten, doch den Namen für ihre Band auszusuchen. Da laß dieser James unter vielen auch den Namen Metallica. Natürlich war er so schlau, auf einen anderen Namen in der Liste zu tippen und hat seiner eigenen Band diesen großen Namen gegeben.  Was lehrt uns das? Beklaut eure Freunde. Falls ihr aber keine Freunde habt, dann seid ihr ziemlich schlecht dran. Trotzdem nicht verzweifeln, denn es ist im Prinzip ganz einfach.

 

1.       Was spiele ich denn eigentlich?

 

Bei einer frisch gegründeten Band mit ein paar ersten eigenen Songs kann es äußerst schwierig sein, eine Stilrichtig festzulegen. Anders verhält sich das natürlich, wenn man ein abgehalfterter Asipunk oder ein heidnisch erzogener Schwarzmetallersohn ist. So wie die  Sternburg Export Punks sich nicht „Gorgoroth“ nennen (geht auch nicht, gibt’s schon), nennen sich die Black Metaler nicht „Kotzbrocken“.

Ihr schreit viel, eure Songs bestehen aus einfachen Akkordfolgen, haben klassische Strophe/ Refrain/ Strophe Strukturen, sind hochmelodisch und kritisch, aber manchmal schleicht sich auch ein Party- und Saufsong ein? Na das klingt doch ziemlich verdächtig nach Punk.

Ihr singt ordentlich, habt groovige, etwas ausgefeiltere Musik, vielleicht ab und zu ein Orgelgetrudel, singt vom Liebeskummer, tragt zerfetzte Jeans mit schwarzen Jackets und hört am liebsten alles von The Who bis Maximo Park? Ganz klar - Garagenrock!

Prinzip verstanden? Sehr schön! Ab zu Punkt 2.

 

2.       Wer bin ich denn eigentlich?  

 

Wenn ihr so halbwegs rausgekriegt habt, was ihr denn da eigentlich 3 mal die Woche im Proberaum zusammenschrammelt, habt ihr den Großteil der Arbeit schon getan. Als nächstes setzt ihr euch bei einem schönen kühlen Bier (Schnaps sei an dieser Stelle aufgrund seiner gehirntätigkeitslähmenden Wirkung mal verboten) alle zusammen und überlegt, was ihr von großen Musikkuchen wollt. Den Underground? Das Jugendzentrum? Oder gleich die große Festivalbühne? Wenn ihr nicht der gleichen Meinung seid, löst ihr euch mal eben gleich auf (ab da sei dann auch der Schnaps erlaubt), aber wenn ihr ungefähr die selbe Vorstellung habt, könnt ihr euch an den Namen machen. Ganz klar, wer im Untergrund friemeln will, kann sich erlauben was er will, denn hier gilt : provozieren, experimentieren, übertreiben – eben einfach auf sich aufmerksam machen! Ihr wollt euch „Omaschleim“ oder „Kant’s Cunt“ nennen? Wieso nicht! Auch „Sado Maso Akkordeonquartett Mit Einem Herangezüchteten Und Für Immer So Bleibenden Embryo“ ist ein ausgefallener, aber eventuell etwas langer Name. Da empfielt sich dann die Abkürzung „SMAMEHUFISOBE“. Das klingt dann zwar wie ein afrikanischer Name (Smame Hufisobe), doch die Neugier des Pöbels treibt ihn in den miefigen illegalen Club. 

Wer aber von vornherein weiß, dass ihm wohl nichts übrig bleibt, als ein millionenschwerer Rockstar zu werden, suche nach einem einprägsamen, kryptischen und wohlklingendem Namen. Beispiele? Metallica, Slayer, Nirvana, Delirium, Koma, Trauma, Anorexia, Karma und alle psychischen Krankheiten, die die Menschheit kennt. Das zumindest sind gute Möglichkeiten für Metal-, Grunge- und Hardcorebands. Möchte man dem Pack glauben.

 

3.       Das berühmte „The“


Das „The“ erlebte etwa 2000 sein großes Revival, nämlich mit den Strokes – pardon The Strokes. Danach kamen The Vines, The Hives, The Libertines, The Futureheads, The Von Bondies, The Yeah Yeah Yeahs, The The The.... . Warum das ganze? Es war die tolle Retrowelle, die heute immer mehr verblasst und bald nur noch ein Trümmerhaufen sein wird, eine Ruine durch die „What Became Of The Likely Lads“ dröhnt. Der unbestimmte englische Artikel wird vornehmlich im Alternative Bereich verwand, siehe auch „1. Was spiele ich denn eigentlich?“ unter Garagenrock. Vom benutzen des „The“ wird eher abgeraten, da man fix – ohne das je jemand was von eurer Musik gehört hat – in eine Schublade gesteckt wird. Außerdem ist ein „The“ den Engländern und Amerikanern vorbehalten, bei Deutschen Bands klingt das doch ziemlich peinlich.
Wir sagen: Denkmäler für The Strokes und The Libertines, aber das „The“ wird wieder in seine miefige Grube versenkt.

 

4.       Die Entscheidung

 

Jetzt wissen wir, was für eine Musik wir spielen, ob wir Underground oder Kommerz sind und dass wir auf das „The“ verzichten. Wir flechten uns eine Geschichte hinter den Namen und würzen ihn mit ein paar Anekdoten ein wenig. Heißen wir nun also durch einen Zufall Smame Hufisobe, haben wir die perfekte ich-traf-da-mal-einen-Afrikaner-der-mich-wahnsinnig-beeindruckte-Geschichte. Wenn wir schlicht „Koma“, des kurzen Names wegen, gilt es ihn aufzumotzen. „Naja, als unser Bassist mit 7 Jahren einen schweren Autounfall hatte, da viel er ins Koma und da kam ihm eine Erscheinung. Jesus schwebte mit einer Gitarre herunter und überreichte sie ihm. Er versuchte darauf zu spielen, aber da rissen zwei Saiten. Jesus lachte ihn aus und so wurde er Bassist. Deshalb heißen wir Koma, Alter!“ Oder so ähnlich. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

 

5.       Das Fazit

Am besten ihr macht es doch wie Turbonegro (ein ebenfalls hervorragender Name): ihr besauft euch zwei Tage lang unheimlich und kritzelt hunderte Namen auf irgendwelche Bierdeckel. Wenn ihr dann nach dieser Massenexekution doch wieder aufwachen solltet, ist der erste Bierdeckel, den ihr findet eurer Name. Und wenn nur Krombacher draufsteht.

 

Danke.

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